Gelungener Aufbruch zu Neuem
81 junge Männer verlassen die Maristen-Realschule. Sie haben bereits alle einen „Anschluss“ gefunden
Mindelheim Der Abschied von der Schule ist ein anrührender, aus der gewohnten Schulroutine erhebender Augenblick. Zugleich ist er aber auch so etwas wie eine Standardsituation, in die jeder in der zivilisierten Welt über kurz oder lang kommt. So betrachtet kam dem Namen „Standard Abweichung“ des Schüler-Rocktrios, das die Abschlussfeier der Realschule am Maristenkolleg musikalisch eröffnete, programmatische Bedeutung zu – der Aufbruch zu Neuem ohne Verlust der Bodenhaftung gewissermaßen.
Zur Vielfalt des musikalischen Programms trug die Bläsergruppe unter der Leitung von Florian Strobel bei. Selbst Vater von drei Kindern, wusste Landrat Hans-Joachim Weirather in seinem Grußwort aus eigener Erfahrung zu berichten, von der Leidensphase vor den Prüfungen und der Orientierungsfrage „Wie geht es weiter?“ 2011 halte gute Botschaften bereit, die Perspektiven seien so günstig wie lange nicht. Die Zielvorgabe „Kein Abschluss ohne Anschluss“ habe sich für alle 81 Absolventen einlösen lassen.
Als Gratulanten traten anschließend als Vertreter der Stadt Mindelheim Vize-Bürgermeister Herbert Kugler und die Vorsitzende des Elternbeirats Regine Vogg ans Mikrofon. Sie verglich das erfolgreich bestandene Schulfinale mit dem Endspiel der gerade zu Ende gegangenen Frauen-Fußballweltmeisterschaft, interpretierte das dramatische Elfmeterschießen nach beinahe verlorenem Spiel als Motivationsschub mit Signalwirkung für die japanische Gesellschaft. In diesem Sinne wünschte sie den Absolventen „es soll euch gelingen, was ihr vorhabt“. Neben dem Aufruf, Verantwortung zu übernehmen, gab sie ihnen auf den Weg, bei aller notwendiger Anpassung keine „Ja-Sager“ zu werden.
Frei und „unzensiert“ nach Wilhelm Busch „dass der Mensch was lernen muss“ deklinierte Simon Landherr das Alphabet von Ausflüge über Jahrgangsstufentest bis Zwischenstunde durch und ließ auf diese Weise die Schulzeit rückblickend in einem erheiternd-milden Licht erscheinen. In diesen Kontext passten die „Schulmemoiren“ von Direktor Franz Kroner, festgemacht an dem Bibelzitat „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“. Das sei das Thema eines Deutschaufsatzes gewesen, an den er sich erstaunlich genau erinnere. Ganz idealistisch habe er damals bei seiner Fokussierung auf „Kultur, Kunst, Bildungshunger und Wissensdurst“ das „Brot“ vernachlässigt, eine Grundvoraussetzung indes, ohne die man nicht leben könne.
Auszeichnungen für Klassenbeste und soziales Engagement
Diese schaffe der „Bildungsgang der Realschule“ mit der Ausrichtung auf die Berufsausbildung. Entsprechend überreichte er in Anlehnung an eine Anekdote aus Rainer Maria Rilkes Biografie zu jedem Zeugnis eine Rose als Symbol für das „gesunde Gleichgewicht“ von materiellen und ideellen Werten.
Besondere Auszeichnungen erhielten die drei Klassenbesten, von denen zwei mit identischem Durchschnitt sich die Position des Jahrgangsbesten teilten. Überdies wurden von Schulleiter Gottfried Wesseli in Vertretung von Prof. Dr. Herbert Schreiber Schüler für soziales Engagement geehrt.