Fröhliche Musik in erlesenem Ambiente

Für sein Sommerkonzert wurden dem Maristenkolleg erstmals die Türen des Zedernsaals geöffnet. Verdienter Applaus für ein gelungenes Projekt

Kirchheim In der Regel finden Schulkonzerte in einer Aula oder Turnhalle statt. Dass – wie beim Sommerkonzert des Maristenkollegs – Schauplatz einer der prachtvollsten Renaissance-Säle Deutschlands ist, dürfte Seltenheitswert haben. Sicher ist: Dasselbe Konzert in der Sporthalle wäre nicht dasselbe gewesen.

Das lag nicht nur daran, dass im Zedernsaal des Fuggerschlosses die Akustik anders ist; vielmehr lag es an der Umgebung selbst. Dieses Sommerkonzert zeigte, dass es nicht egal ist, wo musiziert wird. Die ganze, Tradition und Geschichte atmende Atmosphäre, die Großzügigkeit und Schönheit der Architektur gaben dem Ereignis ein festliches Gepräge und verursachten eine Hochstimmung bei Publikum und Ausführenden, die sich direkt auswirkte auf die Art sowohl des Musizierens als auch des Zuhörens. Mit einem Wort: Es hat sich für das Maristenkolleg gelohnt, das freundliche Kirchheimer Angebot anzunehmen und das Wagnis eines Konzerts außerhalb der Schule einzugehen.

Ein derart umfangreiches, öffentliches Musikprojekt gab es in der Schule schon seit vielen Jahren nicht mehr. Die Vorbereitungsarbeit war immens. Den engagierten Lehrern und ihren fleißigen, begabten Schülern galt denn auch die Bewunderung und der herzliche Applaus aller Gäste, die im Saal jeden verfügbaren Stuhl besetzten.

Während beim jährlichen Champagnatfest die Beiträge der einzelnen Gruppen schnell untergehen, durfte man hier komprimiert erleben, was an der Schule musikalisch geleistet wird.

Das begann mit dem fetzigen Bläserquintett und endete mit einem fröhlichen Marsch des Blasorchesters, zu dem sich noch einmal alle Mitwirkenden auf der Bühne versammelten, die ob des Andrangs aus allen Nähten zu platzen drohte.

Dazwischen gab es unter anderem einen hübschen Auftritt des Gitarrenensembles (das mit dem Programmplatz direkt hinter den Bläsern schlecht bedient war); das Geigentrio schlug sich bewundernswert mutig durch das heitere „Chicken Flew“; vom Streichorchester – kurz und knackig mit „Forrest Gump“ und „Muppet Show“ – hätte man gerne mehr gehört.

Umso breiteren Raum nahm dagegen die Big Band mit fünf Nummern ein. Sie verliert durch den Abiturjahrgang viele gute Mitglieder, da muss jetzt allerhand nachwachsen.

Großartig machten sich die beiden Chöre unter der Leitung von Werner Myslik. Dass es gelingt, eine Schar quirliger Fünftklässler zu so frisch-fröhlichem, unbefangenem Singen zu motivieren und mit ihnen Schubertlieder so einzustudieren, dass das Zuhören die reine Freude ist, dazu gehört eine Menge pädagogisches und fachliches Geschick. Auch der Chor der älteren Schüler zeigte sich bestens in Form und sang mit sichtlicher Begeisterung.

Durch das Programm führte Claudia Mayer, die sich auch musikalisch überraschend vielseitig präsentierte.

Hausherrin Angela Fürstin Fugger von Glött zeigte sich beeindruckt von der Zivilcourage und die Leistung der jungen Leute und freute sich über die Spenden, die für die Renovierung der Englisch Gruß-Kapelle eingingen. Schulleiter Gottfried Wesseli dankte ihr für die Überlassung des Saales und äußerte die Hoffnung, dass daraus eine Tradition werden könnte.

Zeitungsbericht der Mindelheimer Zeitung vom 22.07.2011
 

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