Lernen mit dem Eiffelturm

Maristen-Gymnasiasten bringen Grundschülern Frankreich näher

Mindelheim Vokabeln pauken, an der richtigen Aussprache feilen und eine völlig neue Grammatik: Fremdsprachen zu lernen, kann sehr anstrengend sein. Dass es auch anders geht, zeigen die Schüler des P-Seminars Französisch des Maristenkollegs in ihrem Projekt: einer Französischwoche in der Klasse 4e der Grundschule Mindelheim.

Im P-Seminar sollen Schüler des achtstufigen Gymnasiums im Team ein Projekt entwickeln, das mit Partnern aus der Arbeitswelt verwirklicht wird. So bringen die Gymnasiasten den Grundschülern in Mindelheim auf spielerische Art die französische Sprache näher.

„Wir wollen den Schülern damit später die Wahl einer Fremdsprache erleichtern und sie für Frankreich und dessen Kultur begeistern“, erklärt Sabine Scheffeck, eine Schülerin des P-Seminars. Anfang dieses Schuljahres haben die Gymnasiasten mit der Vorbereitung der Projektwoche begonnen. Sie überlegten sich drei Angebote, die die 24 Grundschüler innerhalb von vier Tagen besuchten. Am letzten Tag fand ein Elternabend statt, an dem die Kinder ihrer Familie zeigen konnten, was sie gelernt haben. Und das kann sich sehen lassen.

„Die Schüler haben die Aussprache wirklich schnell drauf“, erzählen die Betreuerinnen der Theatergruppe begeistert. Jede der drei Schülergruppen spielt im deutsch-französischen Theaterstück eine Besichtigungstour zu einer von drei bekannten Sehenswürdigkeiten in Paris. So zum Beispiel zur Prachtstraße Champs-Elysées. Das Durchzählen der „Busgäste“ auf Französisch und die kleinen vorbereiteten Rollen klappten schon sehr gut. Am Elternabend wurden alle drei Episoden zu einem großen Stück zusammengesetzt.

Zusammensetzen lautete auch das Stichwort der Bastelgruppe. Die Kinder posierten mit typischer Baskenmütze und Frankreichfahne für ein Foto, das sie verzierten und auf einen Eiffelturm aus Karton aufklebten. So wurde jeder Schüler ein Teil des Bauwerks. Auch französische Begriffe aus den Bereichen Tiere, Straße und Zahlen haben sie gelernt. Sie bastelten zudem eine französische „invitation“, also eine Einladung, für den Elternabend. „Man merkt auf jeden Fall, dass das Interesse da ist, den Schülern hat es Spaß gemacht“, sagt Sabine Scheffeck.

Das können Anna Dressel, Stefan Pfitzmaier und Lisa Epple bestätigen. Mit selbst gemachten Quiches und Crêpes weckten sie das Interesse der Grundschüler für Frankreichs kulinarische Köstlichkeiten. „Manche Kinder haben Crêpes schon gekannt“, erzählt Anna Dressel. Auch Baguette oder Croissant sind längst in aller Munde. Die Grundschüler lernten nun die französischen Namen der Zutaten und wunderten sich über die Essgewohnheiten dort. Nach der Theorie gingen sie selbst in der Küche ans Werk. „Zuerst hieß es immer ,Iih Lauch’, aber schlussendlich haben die Kinder alles aufgegessen“, erzählt Lisa Epple schmunzelnd.

Dank einer Mappe voller Rezepte, Theaterskripte und bunten Arbeitsblättern bleibt die Französischwoche den Schülern wohl noch lange in Erinnerung. Und vielleicht hat ja der eine oder andere seine Liebe zu Französisch entdeckt und wird dieses Fach einmal belegen. (jubu)

Zeitungsbericht der Mindelheimer Zeitung vom 17.07.2011
 

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