Von Mindelheim an den Viktoriasee

Maristenschüler engagieren sich seit 25 Jahren in Kenia

Mindelheim Schon seit 25 Jahren unterstützen die Schüler des Maristenkollegs junge Menschen in Afrika. „Es freut uns, dass Kinder hier lernen zu helfen“, sagte der kenianische Bischof Philip Anyolo, der extra nach Mindelheim gekommen war, um eine Spende von 1200 Euro für neue Werkzeuge und Maschinen entgegenzunehmen. Diese sind für die von den Maristenbrüdern geleitete Handwerkerschule in Ramba, einem Ort auf der Insel Mfangano im Viktoriasee, bestimmt.

Die Spenden sammeln die Maristenschüler in Misereor-Aktionen innerhalb ihrer Klassen, aber auch einzelne Sport-, Foto- oder die Marionettengruppe beteiligen sich. So konnte beispielsweise 2010 ein Betrag in Höhe von 12974 Euro an unterschiedliche Projekte gespendet werden, ein Teil des Geldes landete auch in Ramba.

Bischof Anyolo, der die Diözese Homa Bay in Kenia leitet, bedankte sich für die große Hilfe und den Einsatz der deutschen Schüler. „Die Schüler wissen, dass sie etwas von euch bekommen und ich soll euch Grüße ausrichten“, wandte er sich an die Mindelheimer Schüler. Die Maristen engagieren sich auch in zwei weiteren Orten am Viktoriasee in Kenia.

So wird zum Beispiel an der Grund- und Hauptschule in Orore gerade ein Schuppen zu einem Mädcheninternat umgebaut. Da die Eltern vieler Kinder an Aids gestorben sind, sei vor allem eine Unterbringung für Mädchen notwendig, erklärte Frater Heinrich Schamberger in seinem Vortrag über die Projekte der Maristen. „Die Kinder sind einfach nicht heimgegangen, sondern über Nacht an der Schule geblieben, weil sie keinen mehr haben“, erzählt er. Diese Problematik liegt auch Bischof Philip Anyolo sehr am Herzen. Vor allem für Jugendliche, die keine Arbeit haben, sei die Krankheit Aids sehr gefährlich, sagte der Bischof. „Ich hoffe, wir können bald eine Technische Schule errichten, dass die Jugendlichen eine Ausbildung erhalten und selbstständig werden“, wünscht sich Anyolo. Auch ein Programm, dass den jungen Menschen die richtige Verwendung von Geld beibringt, sei sehr wichtig.

Das dritte Maristenprojekt in Kenia ist eine Volksschule im Ort Roo. Dort konnten mithilfe der Spenden aus Deutschland in den vergangenen Jahren die Schäden kleinerer Erdbeben an den Gebäuden ausgebessert werden.

Erstauntes Raunen ging während des Vortrags von Frater Schamberger häufiger durch die Reihen der Maristenschüler und machte deutlich, dass die Kinder Einblicke in eine fremde Kultur mit großen Unterschieden zum Leben in Deutschland gewannen. Spenden sammeln wird aufgrund der bisherigen guten Ergebnisse sicherlich weiterhin einen festen Platz im Schulleben des Maristenkollegs einnehmen. (jubu)

Zeitungsbericht der Mindelheimer Zeitung vom 16.07.2011
 

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