Schulen und Schüler waren gut vorbereitet
Am Maristenkolleg und am Joseph-Bernhart-Gymnasium haben alle Schüler die Prüfungen bestanden. Sie waren weder leichter noch schwerer als in den Vorjahren
Landkreis Der letzte Jahrgang der G9-Abiturienten hat die Abiturprüfungen hinter sich, in der vergangenen Woche sind die letzten Prüfungen ausgewertet worden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Alle insgesamt 217 Schüler am Gymnasium des Maristenkollegs Mindelheim und am Joseph-Bernhart-Gymnasium Türkheim haben das Abitur bestanden, 53 von ihnen sogar mit einer Eins vor dem Komma.
In den Wochen vor der Notenbekanntgabe kursierten im Internet bayernweit Gerüchte, dass das diesjährige G9-Abitur besonders schwer gewesen sei.
Die Theorie: Durch ein schlechtes G9-Abitur solle das spätere G8-Abitur als großer Erfolg präsentiert werden. Andere wiederum hatten laut Folkhart Glaser, Rektor des Joseph-Bernhart-Gymnasiums, gehofft, „dass das letzte G9-Abitur eine Art Abschiedsgeschenk werden würde“.
Nach Einschätzung Glasers und seines Mindelheimer Kollegen Gottfried Wesseli treffen jedoch beide Annahmen nicht zu. „Geschenkt hat man den Schülern sicherlich nichts“, so Wesseli. Dass die Prüfungen leichter gewesen seien als in den Vorjahren könne man „überhaupt nicht sagen“. Ob sie schwerer waren, werde wahrscheinlich von Schule zu Schule unterschiedlich bewertet. Am Maristenkolleg hätten die Schüler jedenfalls darüber geklagt, dass die Aufgaben in Mathematik zwar nicht ungewöhnlich schwer, aber sehr zahlreich waren. Der Zeitdruck sei deshalb sehr groß gewesen.
Wesseli fasst den Gesamteindruck so zusammen: „Das war ein gestandenes bayerisches Abitur.“ Glaser spricht ebenfalls von einem „ganz normalen Abitur – sowohl was den Notenschnitt als auch den Ablauf anging“. Beide freuen sich mit den Schülern, dass niemand durchgefallen ist. Zumal die Nachprüfungen einen erheblichen Mehraufwand bedeutet hätten: Die betroffenen Schüler hätten erst im Herbst in einer gesonderten Prüfung einen zweiten Versuch starten können.
Daneben betont Glaser, dass Durchfallen nicht mit systematischen Problemen zusammenhänge, sondern immer individuell zu betrachten sei. „Die Frage ist doch, warum einer es nicht geschafft hat. Es gibt ja auch Schüler, die mit Ach und Krach gerade so zur Abiturprüfung zugelassen werden.“
Große Mengen an Stoff sind gestrichen worden
Dass im Zuge des letzten G9-Jahrganges die Vorbereitungszeit von zwei auf anderthalb Jahre reduziert worden sei, lässt Glaser nicht als Ausrede gelten. „Was den Stoff angeht, sind erhebliche Mengen, die nicht prüfungsrelevant waren, gestrichen worden. Die Schulen waren gut vorbereitet.“ Und die Schüler offenbar auch. (eisl/baus)