Abschied vom neunjährigen Gymnasium
Die Abiturienten des letzten G9-Jahrgangs tragen symbolisch ihr Schulsystem zu Grabe
Mindelheim „Friede in Ruhe, G9. Bis(s) zum Schluss.“ Diese zwei nicht ganz ernst gemeinten Sätze standen auf einem großen Transparent, das gestern in der Pausenhalle des Maristenkollegs aufgespannt war. Für ihren Abi-Streich hatten sich die Schüler etwas Besonderes ausgedacht: „Da wir ja der letzte Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums sind, haben wir uns überlegt, das G9 symbolisch zu beerdigen. Das hat sich ja regelrecht angeboten“, erklärte Jonas Jousma den Hintergedanken des Streichs. Für den Trauermarsch, der sich durch das Maristenkolleg zog, hatten die Abiturienten extra eine Blaskapelle organisiert. Auch einen Sarg hatte einer von ihnen selbst gebaut.
Um 12 Uhr startete dann der Trauermarsch, zu dem vorher per Durchsage aufgerufen worden war. Die durchweg in Schwarz gekleideten Abiturienten zogen mit einem Kreuz und vier Sargträgern an der Spitze durch das Schulhaus. Begleitet von der Kapelle, die einen Trauermarsch spielte, und immer mehr Schülern, die sich der „Trauergemeinde“ anschlossen, endete der Zug schließlich in der Pausenhalle. Mit dem Sarg am aufgebauten „Altar“ angekommen, hielten dann fünf der Lehrer Trauerreden. In diesen von den Abiturienten geschriebenen Texten erinnerten die Redner an die Geburt des neunjährigen Gymnasiums im Jahr 1949 und an das traurige Ende mit 62 in diesem Jahr. Seinem Nachfolger, dem G8, fehle es neben Routine und Erfahrung an dessen „Güte und Gabe für unterrichtsfreie Nachmittage“, die es so nicht mehr geben werde.
Zum Abschluss der „Trauerfeier“ luden die Abiturienten ihre Lehrer zu einem Leichenschmaus ein. Dafür hatten zwei von ihnen – Andrea Kaufmann und Hannah Zanker – ein Drei-Gänge-Menü zubereitet. Neben all der Trauer freuten sich die Schüler aber sehr über das vollbrachte Abitur. In Anspielung auf die momentane Beliebtheit des sozialen Netzwerks facebook stand auf ihren Abi-Shirts: „Abi 2011, mir und 136 anderen gefällt das“. (fima)