Die Jury hat gesprochen
Schülerjury des Maristenkollegs ehrt Wolfram Eilenberger mit dem Mindelheimer Philosophiepreis 2011
Mindelheim Ein Jahr lang haben sich sieben Jurymitglieder des Maristenkollegs mit einer großen Bandbreite an Texten befasst, die als Bewerbungen um den Mindelheimer Philosophiepreis eingingen.
Nachdem sie sich auf eine Shortlist von fünf Büchern geeinigt hatten, konzentrierten sie sich nochmals auf diese Werke. Nach reiflichen Überlegungen und intensiven Diskussionen fiel die endgültige Wahl auf Wolfram Eilenbergers Buch „Philosophie für alle, die noch etwas vorhaben“.
Der Mindelheimer Philosophiepreis nimmt Literatur für Kinder und Jugendliche in den Blick, die junge Menschen in ihrem Fragen und Denken anregt und begleitet. Die Jury begründet ihre aktuelle Entscheidung folgendermaßen:
„Besonders gefiel uns, dass eine breite Leserschaft, also sowohl ein Schüler der 7. Klasse wie auch ein Abiturient – je nach Interesse und Wissensstand – dem Buch etwas abgewinnen und seine Kenntnisse vertiefen kann. So bietet es beispielsweise einerseits einem Neueinsteiger die Möglichkeit, einen besonders ansprechenden Einblick in die Welt und Denkweise der Philosophie zu erhalten und sich bei nähe-rem Interesse aufgrund einschlägiger Hinweise am Schluss eines jeden Kapitels weiter damit auseinanderzusetzen.
Andererseits gibt dieses Buch auch für Interessierte, die sich schon länger mit philosophischen Themen befassen, reizvolle geistige Anregungen, zusätzlich bereichert durch weiterführende Literaturangaben.
Indem er zunächst fast ausschließlich Alltagssituationen aufgreift, versteht Wolfram Eilenberger es besonders geschickt, die Verbindung zwischen Menschsein und Philosophie herzustellen, den Denkprozess des Lesers in Gang zu setzen, eine Brücke zwischen heutigen Lebenserfahrungen und der Welt antiker Denker zu schlagen.
Dabei gängelt Eilenberger nicht durch irgendwelche Vorgaben oder gar Antworten auf die Frage, was nun richtig oder falsch ist, er eröffnet vielmehr unterschiedliche Perspektiven und überlässt es letztendlich dem Leser selbst, Position zu beziehen.
Eine ganz besonder Art, zum Denken anzuregen
Eilenberger setzt scheinbar einfache Impulse, die den jugendlichen Leser persönlich ansprechen und nicht mehr loslassen. „Was würde ich tun? - Warum wäre es gut, so zu handeln?- Wäre nicht doch eine andere Reaktion besser?“ - Es ist seine ganz besondere Art, zum Denken anzuregen, die für dieses Buch, für unsere Entscheidung spricht.“
Wolfram Eilenberger, promovierter Philosoph, arbeitete als Publizist bei verschiedenen Pressemedien wie „Die Zeit“ und die Süddeutsche Zeitung. Seit 2003 schreibt er als Korrespondent für das Magazin Cicero. 2010 wurde er mit einem Lehrauftrag für Philosophie an die University of Toronto/Kanada verpflichtet.
Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Die feierliche Verleihung findet am 1. Juni statt. Eilenberger hat sein Kommen zugesagt.