Mindelheim „en français“
Saskia Mantel hat einen Stadtführer für junge, französisch sprechende Touristen erstellt.
Mindelheim Als sie vor gut einem Jahr nach Mindelheim zog, kannte Saskia Mantel die Stadt nicht wirklich gut. Der Vorschlag ihrer Französischlehrerin am Maristenkolleg, Gisela Birnstiel, kam ihr deshalb ganz recht: Warum nicht als Facharbeit eine Stadtführung für junge Leute durch Mindelheim erstellen?
Mit einer Stadtführerin ging sie durch Mindelheim und ließ sich die Sehenswürdigkeiten zeigen und erklären. Sie holte sich Broschüren im Rathaus und Informationen aus der Bücherei. Danach erstellte sie eine Route: Die erste Station sollte das Wahrzeichen der Stadt, die Mindelburg, sein.
Die Route durch die Altstadt beginnt dann am Unteren Tor und geht über den Gefängnisturm, die Stephanskirche und das Westernacher Tor bis hin zum Marienplatz. Dort können die jugendlichen Touristen zehn Quizfragen beantworten und so erfahren, wie viel sie von der Stadtführung behalten haben.
Was Saskia Mantel selbst am meisten im Gedächtnis geblieben ist, ist die Geschichte der Cäcilia von Dreer. Die Posthaltersfrau, die 1796 den Gasthof Hecht (heutige „Alte Post“) betrieb, sorgte mit ihrem Kniefall vor einem französischen General dafür, dass die Truppen aus Mindelheim abzogen – und so rettete der „Knicks“ die Stadt Mindelheim vor Plünderung und Zerstörung.
Saskia wollte aber nicht nur Geschichtliches in ihre Stadtführung einfließen lassen. Deshalb hat die Abiturientin auch die Feste Mindelheims, die Cafés und Einkehrmöglichkeiten sowie weitere touristische Ziele in der näheren Umgebung – die Therme in Bad Wörishofen, beispielsweise oder den Skyline Park – in ihren Führer aufgenommen.
Anschließend hat Saskia Mantel einen dazugehörigen Flyer gestaltet, der die Sehenswürdigkeiten noch einmal zusammenfasst – auf Französisch natürlich. Das habe ihre Sprachkenntnisse sehr verbessert, sagt sie.
Auch wenn sie Französisch und Englisch als Leistungskurse hat, zieht es die Schülerin nach ihrem Abitur überhaupt nicht in die Sprachwissenschaften. Sie würde gern Pharmazie studieren. An ihrer Facharbeit hatte sie dennoch viel Spaß, erzählt Saskia. „Ich habe gelernt, dass es sich immer lohnt, sich über die Stadt zu informieren, in der man auch lebt.“
Und vielleicht kommen sie und ihr Stadtführer ja noch groß raus – denn einen Flyer für französisch sprechende Touristen gibt es in Mindelheim bislang noch nicht.