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Das diesjährige Champagnatfest stand unter dem Motto "homo ludens"

Zeitungsbericht der Mindelheimer Zeitung vom 20.07.2010


Spielerische Entdeckungsreise

Mindelheim Großes Gedränge auf den Gängen und in den Klassenzimmern des Maristenkollegs: Mehr als 1000 Besucher strömten am Sonntag durch die „offenen Türen“, hinter denen sich ungezählte „Spielmacher“ über die Schulter schauen ließen. Mit vielen Ehemaligen und Ehrengästen ließ die Schulfamilie den Heiligen Marzellin Champagnat, den Gründer der Maristenschulbrüder, hochleben. Doch es gab noch einen weiteren Grund zum Feiern. Anlässlich seines 30. Priesterjubiläums feierte Monsignore Ortwin Gebauer in Konzelebration mit Stadtpfarrer Andreas Straub und Kaplan Thomas Demel in der Turnhalle einen festlichen Dankgottesdienst, bei dem die Gruppe „Horizonte“ musikalische Akzente setzte. Gebauer unterrichtete eine Dekade lang am Maristenkolleg.

Das Thema „Der spielende Mensch“ zog sich wie ein roter Faden durch das von Konrektorin Maria Schmölz organisierte Programm. Auch Dekan Gebauer half in seiner Predigt dem „Homo ludens“ auf die Sprünge, der sich selbst durch das Spiel entwickelt. „Wer Gott zum Spielführer seines Lebens macht, dem ist der Sieg gewiss“, bedeutete er. „Schule darf nicht zur Durchlaufstation verkommen, die man so schnell wie möglich hinter sich bringt, sondern sollte als Bildungsstätte mit Eigenwert anerkannt werden“, mahnte Oberstudiendirektor Gottfried Wesseli in einem Grußwort an. Auf gut Schwäbisch forderte der Schulleiter die Gäste auf: „Leit, dunt losa, - luaga - loffa“. Die ließen sich das nicht zweimal sagen. Schließlich wartete auf sie eine Spielshow, die keine Wünsche offen ließ. Da konnte man wählen zwischen Frühschoppenkonzert, Ausstellungen, oder „Mohrenkopfschießen mit mittelalterlichem Katapult“. Schüler entführten in die „Welt der Wissenschaft“, demonstrierten, wie man mit einer Kartoffelbatterie einen Stromkreis schließt oder weihten spielerisch in die Geheimnisse der Mathematik ein. Lauter Beifall lockte zu musikalischer Matinee und einem Flötenkonzert. Im „Philosophen-Café“ trafen sich Aristoteles, Sokrates, Hegel und auch Stephen Law, der Gewinner des ersten Mindelheimer Philosophiepreises. Als „Pappkameraden“ freilich nur, dafür nicht weniger interessant. Einige Zimmer weiter vergnügte sich „römisches Volk“ bei Wurf- und Brettspielen. In einer Spieleausstellung gab es neben Raritäten auch berühmte Bauwerke aus Papier zu bestaunen.

Spielerisch ging auch die Berliner Entwicklungspsychologin, Professor Maria von Salisch, ihren Vortrag „Per (Computer) Spiel in die Galaxis?“ an. Vor vollem Haus beleuchtete sie in der Turnhalle die positiven und negativen Auswirkungen von Computerspielen auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen.

Zeitungsbericht der Mindelheimer Zeitung vom 20.07.2010