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Auch am Maristenkolleg ist Hitzefrei is grundsätzlich Hitzefrei möglich

Zeitungsbericht der Mindelheimer Zeitung vom 13.07.2010


Hitzefrei in Türkheim

Unterallgäu Als vor einigen Wochen der Regen und das schlechte Wetter gar nicht mehr aufhören wollten, sehnten sich die Menschen nach Sommer und Sonnenschein. Jetzt sind sie da - und viele Leute müssen in der Hitze brüten. Denn Hitzefrei ist, gerade in vielen Schulen, keine Selbstverständlichkeit. An der Mindelheimer Hauptschule gibt es nie hitzefrei, wie Rektorin Ute Wolfram erklärt: „Die Eltern unserer Schüler verlassen sich darauf, dass die Kinder zu den festen Schulzeiten gut aufgehoben sind. Wir behalten sie in der Schule, weil das auch etwas mit der Aufsichtspflicht zu tun hat.“ Weiter sagt Ute Wolfram, dass es mit gestrichenen Stunden auch nicht getan sei. „Mir ist lieber, die Schüler sind in der Schule und machen etwas Sinnvolles, als dass sie daheim den ganzen Tag vor dem Computer sitzen.“ Außerdem bringe es nichts, den Kindern eher freizugeben, wenn sie dann noch Stunden auf ihren Bus warten müssten.

Dieses Problem gibt es am Joseph-Bernhart-Gymnasium in Türkheim nicht: Dort rollen keine extra Schulbusse an, denn der ÖPNV der Sieben-Schwaben-Gemeinde fährt an der Schule vorbei. „Wir haben derzeit verkürzte Stunden und eine Nachmittagsstunde wird dadurch in den Vormittag gezogen“, sagt Schulleiter Folkhart Glaser. „Und der Sport findet in den Turnhallen statt, weil es dort kühler ist als draußen.“ Einen Tag vorher bekommen die Schüler und somit auch deren Eltern Bescheid, ob es Hitzefrei gibt oder nicht. „Wenn Montag Kurzstunden stattfinden, dann erfahren das die Eltern also schon am Freitag. Allgemein kann man sagen, dass die Chance auf Hitzefrei groß ist, wenn das Thermometer über 30 Grad zeigt.“ Am Mindelheimer Maristenkolleg, so bestätigt Schulleiter Gottfried Wesseli, gibt es grundsätzlich schon Hitzefrei. „Zurzeit ist das aber nicht der Fall. Wir schauen aber, wie sich das Wetter in den kommenden Tagen entwickelt.“ Auch hier gibt es das Problem des Schülertransports, 70 Prozent der Maristenschüler kommen nämlich mit dem Bus.

Temperaturen über 30 Grad hat es in der Mindelheimer Maximilianstraße dieser Tage wahrscheinlich bereits gegen 11 Uhr. Aber die Bauarbeiter, die seit Tagen fleißig Pflaster legen, beschweren sich deswegen nicht. „Das ist unser Beruf, wir sind nichts anderes gewohnt“, so der Tenor der Pflasterer aus Passau. „Mit den Steinen muss man halt aufpassen. Die haben ab Mittag gut 50 Grad. Ohne Handschuhe können wir dann nicht mehr arbeiten.“

Auf dem Alu brät ein Ei

Aber auch die Werkzeuge, fast ausschließlich aus Aluminium oder Eisen, können unter der Sonne heiß werden. Ein Experiment beweist es: Aus einem frischen Ei wird auf einer Metallschiene bei Nachmittagssonne binnen einer Dreiviertelstunde ein Spiegelei.

Für alle Hitzegeplagten, ob nun im nicht klimatisierten Büro oder an sonnigem Arbeitsplatz, soll es heute eine kleine Linderung geben. Wie der Mindelheimer Hobby-Wetterfrosch Hans-Peter Schneider meldet, liegen die Höchstwerte heute bei 26 Grad. Dazu soll die Sonne nur mäßig scheinen, meist verschwindet sie zwischen Wolken. Örtlich kann es auch zu Regenschauern kommen.

Wer trotzdem Abkühlung braucht, dem schadet ein Besuch im Freibad oder an einem Badesee wie der Nordsee sicher nicht. Gerade hier ist die Sonne aber mit Vorsicht zu genießen. Außer an zwei Buchten gibt es an den langen Kiesstränden kaum Flecken mit natürlichem Schatten. „Ich bin heute zum ersten Mal hier“, erzählt Florian Schneider. Dass es nur wenige Schatten spendende Bäume und Sträucher an dem langen Kiesstrand gibt, stört ihn nicht. „Dafür gehe ich ja ins Wasser. Und wenn man Acht gibt, dann passiert einem auch nichts.“

Zeitungsbericht der Mindelheimer Zeitung vom 13.07.2010