Applaus, aber auch kritische Fragen

Was treibt junge Erwachsene aus ganz Europa dazu, sich freiwillig dem islamistischen „Krieg gegen die Ungläubigen“ in Syrien anzuschließen? Dies ist die zentrale Frage, der der belgische Schriftsteller Ismael Saidi in seinem derzeit häufig inszenierten und dabei kontrovers diskutierten Jugendtheaterstück „Djihad“ nachgeht. Das Drama setzt zugleich auf komische wie nachdenkliche Elemente.

Sich an dieser Debatte zu beteiligen und sich mit dem angesprochenen Thema auseinanderzusetzen, war das Ziel eines Gastspiels des Theaters Wasserburg am Inn, zu dem rund 300 Schülerinnen und Schüler der 9., 10. und 11. Klassen des Gymnasiusm des Maristenkollegs ins Stadttheater kamen. Ein kleines Team um die Lehrkräfte Christiane Böhme, Hubertus Stelzer und Jochen Schuster hatte die Aufführung organisiert. Regisseur Frank Piotraschke und seine drei engagierten Schauspieler bekamen dabei viel Lob und Applaus, mussten sich aber bei einer anschließenden Podiumsdiskussion mit den Schülern auch kritische Fragen anhören.



Die Klasse 10N thematisierte den Theaterbesuch anschließend im Deutschunterricht. Die Schülerinnen und Schüler verfassten hierbei Briefe an das Theater Wasserburg, in denen sie sich mit der Inszenierung auseinandersetzen. Hier einige Auszüge:


„Die Motive der Charaktere waren für mich nicht bei jeder Figur ganz verständlich, aber vielleicht ist das auch gewollt, um zu zeigen, dass diese Jugendlichen nicht richtig wissen, worauf sie sich einlassen!?“


„Das Ziel eines Theaterstückes ist es ja, einen Menschen zum Denken anzuregen, vielleicht sogar zum Umdenken. Dies ist hier meiner Meinung nach gelungen, da das Stück auch auf der emotionalen Ebene arbeitet und so mit dem Unterbewusstsein des Zuschauers spielt.“


„Meiner Meinung nach ist das Theaterstück nur sehr begrenzt als Einstieg zur Diskussion über die Radikalisierung Jugendlicher geeignet, da es die Situation viel zu oft verharmlost und zu locker bzw. lustig darstellt.“


„Das Theaterstück „Djihad“ überzeugt durch eine starke schauspielerische Leistung sowie durch tiefgründige Charaktere, die eine eindeutige Entwicklung durchlaufen. Durch fehlende Requisiten und ein reduziertes Bühnenbild konzentriert sich der Zuschauer mehr auf die Geschichte an sich.“


„Die Charaktere sind simpel gestrickt: Ismael zeichnet gern, Ben hört gern Musik und Reda trinkt ab und zu einen über den Durst. Mehr, was eine komplette Persönlichkeit ausmacht, war meist nicht vorhanden.“


„Das offene Ende lässt Platz für Interpretationen und bringt die Besucher zum Nachdenken.“



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