Jüdische Begegnung

„So wie es sich christelt, so jüdelt es sich auch.“ - Das war die Hauptaussage des Besuchs der Ohel-Jakob-Synagoge in München. Als wir, die Klasse 9SN, dort ankamen, sah die Synagoge aus wie ein Felsblock, der vom Himmel gefallen war. Die Synagoge hat ihren Namensgeber im Stammvater Ja´akow, von dem sowohl Christen als auch Juden abstammen.

Bevor wir in das Hauptgebäude der israelitischen Kultusgemeinde eingelassen wurden, mussten wir durch eine Sicherheitskontrolle, da die Gewaltbereitschaft gegenüber Juden auch in Deutschland immer noch sehr hoch ist und immer wieder aufblüht.

Anschließend führte uns Ellen Presser, Kulturreferentin der jüdischen Gemeinde Münchens, durch das Gebäude. Zuerst gingen wir schweigend durch den unterirdischen Gang der Erinnerung. Das Wissen, dass alle hier namentlich aufgeführten Menschen aufgrund ihres Glaubens und ihrer Volkszugehörigkeit ausgelöscht wurden und dass diese Menschen ja nur ein Bruchteil aller Opfer des 2. Weltkrieges sind, hat uns sehr schockiert. Man konnte aber auch beobachten, wie die Begriffe auf der gegenüber liegenden Seite von Trauer und Leiden über Hoffnung hin zum Leben führen. Wir sollten also nicht alleine über Vergangenes nachdenken, sondern auch über die Neuanfänge, die nötig sind. Der Synagoge in München ist das offensichtlich gelungen, denn als wir über eine Treppe zur Hauptsynagoge hinaufgingen, liefen wir über die Stelle, an der der Grundstein liegt, der Grundstein für diesen Neuanfang.


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Im Hauptraum der Hauptsynagoge angekommen, waren wir alle sehr von der Architektur beeindruckt, da alles so hell und licht ist. Weil die Synagoge sehr modern und auch nach den jüdischen Vorschriften gestaltet ist, gibt es fast keine Verzierungen oder Wandschmuck. Als Frau Presser eine Tora herumgab, mahnte sie uns gleichzeitig, diese ja nicht fallen zu lassen, da sie sonst, als einzige Jüdin unter uns, einen Tag fasten müsste. Für viele von uns war es unvorstellbar, im Alltag nach über 600 Regeln leben zu müssen, wir kommen ja meist schon mit den 10 Geboten nicht zurecht. Aber dann wurde uns erklärt, dass es, genau wie bei den Christen, auch große Unterschiede in der Gläubigkeit der Juden gibt, orthodox, konservativ, aber auch liberal.

Nach der Mittagspause, die wir in der Stadt verbrachten, ging es weiter ins jüdische Museum. Dort konnten wir jetzt noch viel über die Festtage, Bräuche und koscheren Essensgewohnheiten – die übrigens auch nicht alle Juden befolgen – lernen.

Alles in allem wurde mir an diesem Tag klar: Juden und Christen haben einen gemeinsamen Ursprung. So wäre es doch sinnvoll und zukunftsweisend, auf diese Gemeinsamkeiten hinzuweisen, gerade dann, wenn Unterschiede immer wieder zu Feindseligkeiten und gar Gewalt führen.

Veronika Hörmann, 9SN

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